Häufiger als gedacht
Ein erheblicher Teil der Hunde in westlichen Ländern gilt als übergewichtig. Was viele als „gut genährt“ einschätzen, liegt oft schon darüber. Dauerhaftes Übergewicht belastet Gelenke, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel und wird mit einer kürzeren Lebenserwartung in Verbindung gebracht.
Ist mein Hund zu dick?
Der Rippen-Test
Der einfachste Check: Fahre mit den Fingern seitlich über den Brustkorb deines Hundes.
- Idealgewicht: Du spürst die Rippen leicht durch eine dünne Fettschicht
- Übergewicht: Du musst drücken um die Rippen zu fühlen
- Adipös: Die Rippen sind kaum oder gar nicht tastbar
Die Taille von oben
Schau deinen Hund von oben an:
- Idealgewicht: Deutliche Taille hinter den Rippen sichtbar
- Übergewicht: Taille kaum erkennbar, Körper eher rechteckig
- Adipös: Keine Taille, Körper oval oder birnenförmig
Gesundheitliche Folgen
Übergewicht ist nicht nur ein optisches Problem. Es belastet:
- Gelenke und Knochen – Arthrose, Bandscheibenprobleme
- Herz und Kreislauf – Herz muss mehr leisten
- Stoffwechsel – Erhöhtes Diabetes-Risiko
- Atemwege – Kurzatmigkeit, besonders bei brachyzephalen Rassen
- Haut – Hautfalten-Infektionen
- Lebensqualität – Weniger Bewegungsfreude, schnellere Ermüdung
Ursachen von Übergewicht
- Zu viel Futter – Die häufigste Ursache
- Zu viele Leckerlis – Werden oft nicht in die Tagesration eingerechnet
- Zu wenig Bewegung – Besonders bei älteren Hunden
- Kastration – Verändert den Stoffwechsel (ca. 20-30% weniger Energiebedarf)
- Schilddrüsenunterfunktion – Sollte tierärztlich abgeklärt werden
- Rasse – Labrador, Beagle, Mops und andere neigen zu Übergewicht
Was kann ich tun?
1. Futtermenge anpassen
Wiege das Futter genau ab. Oft wird nach Augenmaß gefüttert und dabei deutlich zu viel gegeben. Reduziere die Tagesration um 10-20% als Startpunkt.
2. Leckerlis einrechnen
Leckerlis, Kausnacks und Tischreste gehören zur Tagesration dazu. Viele Hunde bekommen durch Leckerlis 20-30% mehr Kalorien als geplant.
3. Bewegung steigern
Steigere die Bewegung langsam – ein übergewichtiger Hund sollte nicht plötzlich Höchstleistungen bringen. Starte mit längeren Spaziergängen und steigere über Wochen.
4. Hochwertiges Futter
Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil sättigt besser als billiges Futter mit viel Getreide und Füllstoffen.
Abnehmen braucht Zeit
Eine gesunde Gewichtsabnahme liegt bei 1-2% des Körpergewichts pro Woche. Ein 30kg-Hund, der 5kg abnehmen soll, braucht also mindestens 8-10 Wochen. Crash-Diäten sind genauso ungesund wie beim Menschen.
Wenn es allein nicht klappt
Nimmt dein Hund trotz reduzierter Menge nicht ab, lohnt sich zweierlei: eine tierärztliche Abklärung, ob etwa eine Schilddrüsenunterfunktion dahintersteckt, und ein Blick auf die Ration. In einer Ernährungsberatung rechne ich die Fütterung für das Zielgewicht durch – so, dass die Menge sinkt, aber die Versorgung mit Nährstoffen stimmt. Für gekochte oder rohe Fütterung passiert das über einen Futterplan.
Ernährungsberatung für deinen Hund
Dieser Artikel ordnet das Thema allgemein ein. Wie es bei deinem Hund aussieht, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
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