Knochen sind bei BARF ein üblicher Bestandteil, vor allem als Calciumquelle. Sie sind aber auch die Komponente mit dem größten Verletzungspotenzial. Ob und welche Knochen für deinen Hund sinnvoll sind, hängt von Größe, Kaugewohnheiten und Gebiss ab.
Was rohe fleischige Knochen liefern
- Calcium und Phosphor in einem für die Ration günstigen Verhältnis
- Kollagen und Knorpel für Bindegewebe
- Beschäftigung beim Kauen
Beim BARF liefern rohe fleischige Knochen den Großteil des Calciums. Ihr Anteil an der Ration wird berechnet – als grobe Orientierung liegt er oft im Bereich von etwa 10–15 %, hängt aber von den übrigen Komponenten ab. Wer keine Knochen füttern möchte, kann Calcium über Eierschalen- oder Knochenmehl abdecken.
Die goldene Regel
Rohe Knochen: JA. Gekochte Knochen: NIEMALS.
Durch das Kochen verändert sich die Struktur des Knochens. Er wird spröde und splittert. Diese scharfen Splitter können den Magen-Darm-Trakt schwer verletzen – von der Speiseröhre bis zum Darm.
Welche Knochen sind geeignet?
Sehr gut geeignet
- Hühnerhälse – Weich, ideal für Anfänger und kleine Hunde
- Hühnerflügel – Klein, gut für kleine bis mittlere Hunde
- Entenhälse – Etwas fester als Huhn
- Kalbsrippen – Weich, gut kaubar
- Lammrippen – Weich, kleinere Größe
Bedingt geeignet
- Rinderknochen (groß) – Zum Abnagen, nicht zum Fressen (Zahnbruchgefahr!)
- Rinderbrustbein – Knorpelig, zum Kauen gut
- Putenhälse – Für größere Hunde
Nicht geeignet
- Trageknochen vom Rind (Markknochen) – Zu hart, Zahnbruchgefahr
- Schweineknochen – Niemals roh! (Aujeszky-Virus)
- Geflügelknochen gekocht – Splittern extrem
- Wild-Knochen – Oft zu hart
Wichtige Regeln beim Knochen füttern
1. Immer beaufsichtigen
Lass deinen Hund beim Knochenkauen nie unbeaufsichtigt. Falls er sich verschluckt oder ein Stück feststeckt, musst du sofort reagieren können.
2. Die richtige Größe
Der Knochen sollte mindestens so groß sein wie der Kopf deines Hundes. Zu kleine Knochen werden im Ganzen verschluckt – Erstickungsgefahr!
3. Nicht zu viel
Zu viele Knochen führen zu Knochenkot – extrem harter, weißer Kot der schmerzhaft ist und zu Verstopfung führt. Als Faustregel: Nicht mehr als 10-15% der Tagesration.
4. Langsam anfangen
Wenn dein Hund noch nie Knochen bekommen hat, starte mit weichen Knochen (Hühnerhälse) und beobachte den Kot. Ist alles gut? Dann langsam steigern.
5. Gefrorene Knochen
Knochen leicht anfrieren hilft besonders bei Schlingern – der Hund muss langsamer fressen und kauen.
Knochenkot – Was tun?
Wenn der Kot deines Hundes weiß, krümelig und hart ist, hast du zu viele Knochen gefüttert:
- Sofort Knochen reduzieren oder pausieren
- Mehr Pansen/Blättermagen füttern (macht den Kot weicher)
- Ein Löffel Kürbispüree kann helfen
- Bei Verstopfung: Tierarzt aufsuchen
Calcium ohne Knochen
Wenn du keine Knochen füttern möchtest oder dein Hund sie nicht verträgt, lässt sich Calcium anders abdecken:
- Eierschalenmehl – fein gemahlene, getrocknete Eierschale
- Knochenmehl aus dem Futterhandel
- Calciumpräparate
Wichtig ist die Menge: Zu wenig Calcium ist ein Problem, zu viel ebenso – besonders bei Welpen. Wie viel dein Hund braucht, ergibt sich aus der Rationsberechnung. Wenn du unsicher bist, ob der Knochen- oder Calciumanteil in der Ration deines Hundes stimmt, sehe ich mir das in einer Ernährungsberatung an.
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