Der Dschungel im Futterregal

Hunderte Marken, tausende Sorten, bunte Verpackungen mit Versprechen wie „Premium“, „Natural“ oder „Getreidefrei“. Doch was steckt wirklich drin? Die Wahrheit findest du nur an einer Stelle: der Zutatenliste und der analytischen Zusammensetzung.

Die Zutatenliste lesen

Die Reihenfolge zählt

Zutaten werden in absteigender Reihenfolge nach Gewicht aufgelistet. Was an erster Stelle steht, ist am meisten enthalten. Bei gutem Futter sollte hier eine klar benannte Fleischsorte stehen.

Gute Zeichen

  • „Hühnerfleisch“ oder „Lammfleisch“ – Klar benannte Fleischquellen
  • Fleischanteil über 60% – Bei Nassfutter, über 25% bei Trockenfutter
  • Einzelne Gemüsesorten aufgelistet (Karotten, Zucchini)
  • Wenige Zutaten – Je kürzer die Liste, desto besser
  • Öle/Fette benannt (Lachsöl, Geflügelfett)

Warnzeichen

  • „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ – Was genau? Verschleiert minderwertige Zutaten
  • „Pflanzliche Nebenerzeugnisse“ – Oft billiger Füllstoff
  • Zucker, Karamell, Melasse – Hat im Hundefutter nichts verloren
  • Künstliche Farb- und Aromastoffe (z.B. EWG-Zusatzstoffe)
  • „Getreide“ ohne genaue Angabe – Verschleierungstaktik
  • Fleischmehl an erster Stelle bei Nassfutter (enthält wenig Wasser, daher schwerer zu bewerten)

Die analytische Zusammensetzung

Diese Werte findest du auf jeder Packung:

Rohprotein

  • Nassfutter: Mindestens 8-12%
  • Trockenfutter: Mindestens 22-28%
  • Höher ist nicht automatisch besser – die Quelle zählt

Rohfett

  • Nassfutter: 4-8%
  • Trockenfutter: 10-18%
  • Zu wenig = stumpfes Fell, zu viel = Übergewicht

Rohasche

  • Gibt den Mineralstoffgehalt an
  • Sollte unter 2,5% (Nass) bzw. 8% (Trocken) liegen
  • Zu hoch deutet auf minderwertige Zutaten hin (z.B. viele Knochen)

Rohfaser

  • Ballaststoffanteil
  • Sollte zwischen 0,5-2% (Nass) bzw. 2-4% (Trocken) liegen

Nassfutter vs. Trockenfutter

Nassfutter

  • Höherer Feuchtigkeitsgehalt (ca. 75-80%)
  • Oft höherer Fleischanteil
  • Besser für Hunde die wenig trinken
  • Teurer pro Portion
  • Kürzere Haltbarkeit nach Öffnung

Trockenfutter

  • Konzentriertere Nährstoffe
  • Günstiger pro Portion
  • Längere Haltbarkeit
  • Manche Hunde trinken zu wenig dazu
  • Oft höherer Getreideanteil

Der Preis als Indikator

Gutes Futter hat seinen Preis. Fleisch ist teurer als Getreide. Wenn ein Kilogramm Hundefutter weniger kostet als ein Kilogramm frisches Fleisch, stimmt etwas nicht. Das bedeutet nicht, dass das teuerste Futter automatisch das beste ist – aber extrem günstiges Futter kann nicht hochwertig sein.

Mein Tipp

Dreh die Dose um und lies die Rückseite statt der Vorderseite. Marketing-Versprechen auf der Verpackung sind oft irreführend. Die Zutatenliste lügt nicht.

Wenn du dir unsicher bist ob das Futter deines Hundes gut genug ist, schick mir gerne ein Foto der Zutatenliste. Ich helfe dir bei der Einschätzung.

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