Die Vorderseite einer Futterpackung ist Marketing. Die Begriffe „Premium“, „Natural“ oder „ohne Zusatzstoffe“ sind nicht rechtlich definiert. Was tatsächlich im Futter steckt, steht auf der Rückseite: in der Zutatenliste und den analytischen Bestandteilen.

Die Zutatenliste lesen

Was die Reihenfolge aussagt – und was nicht

Zutaten werden nach Gewicht zum Zeitpunkt der Verarbeitung sortiert. Das ist ein Anhaltspunkt, aber keine exakte Mengenangabe:

  • Frisches Fleisch enthält viel Wasser. Es kann vorn stehen und nach dem Trocknen weniger zum fertigen Futter beitragen, als die Position vermuten lässt.
  • Aufgeteilte Zutaten: Wird zum Beispiel Getreide in mehrere Bestandteile getrennt gelistet, rutscht jeder Posten nach hinten, obwohl die Summe groß sein kann.

Trotzdem gilt: Eine klar benannte Fleisch- oder Fischsorte weit vorn ist ein gutes Zeichen.

Gute Zeichen

  • „Hühnerfleisch“ oder „Lammfleisch“ – klar benannte Fleisch- oder Fischquellen statt Sammelbegriffen
  • Hoher, ausgewiesener Fleischanteil – bei gutem Nassfutter liegt er oft deutlich über der Hälfte; bei Trockenfutter niedriger, weil das Wasser fehlt
  • Einzelne Gemüsesorten benannt (Karotte, Zucchini)
  • Kurze Zutatenliste
  • Öle und Fette benannt (Lachsöl, Geflügelfett) statt „tierisches Fett“

Warnzeichen

  • „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ohne Angabe, welche Tierart und welche Teile – lässt offen, was enthalten ist
  • „Pflanzliche Nebenerzeugnisse“ ohne nähere Angabe
  • Zugesetzter Zucker, Karamell, Melasse – für die Ernährung nicht nötig
  • Künstliche Farb- und Aromastoffe
  • „Getreide“ oder „Öle und Fette“ ohne genaue Angabe – wenig transparent

Die analytische Zusammensetzung

Diese Werte findest du auf jeder Packung:

Rohprotein

  • Nassfutter: Mindestens 8-12%
  • Trockenfutter: Mindestens 22-28%
  • Höher ist nicht automatisch besser – die Quelle zählt

Rohfett

  • Nassfutter: 4-8%
  • Trockenfutter: 10-18%
  • Zu wenig = stumpfes Fell, zu viel = Übergewicht

Rohasche

  • Gibt grob den Mineralstoffgehalt an
  • Übliche Werte liegen etwa unter 2,5 % (Nass) bzw. 8 % (Trocken)
  • Ein auffällig hoher Wert kann auf einen hohen Knochenanteil hindeuten

Rohfaser

  • Ballaststoffanteil
  • Sollte zwischen 0,5-2% (Nass) bzw. 2-4% (Trocken) liegen

Nassfutter vs. Trockenfutter

Nassfutter

  • Höherer Feuchtigkeitsgehalt (ca. 75-80%)
  • Oft höherer Fleischanteil
  • Besser für Hunde die wenig trinken
  • Teurer pro Portion
  • Kürzere Haltbarkeit nach Öffnung

Trockenfutter

  • Konzentriertere Nährstoffe
  • Günstiger pro Portion
  • Längere Haltbarkeit
  • Manche Hunde trinken zu wenig dazu
  • Oft höherer Getreideanteil

Der Preis als Indikator

Fleisch ist teurer als pflanzliche Rohstoffe. Sehr günstiges Futter erreicht seinen Preis meist über einen niedrigen Fleischanteil. Umgekehrt ist das teuerste Futter nicht automatisch das beste – der Preis ist ein Hinweis, kein Beweis.

Qualität ist nicht gleich „passt zu meinem Hund“

Ein gut zusammengesetztes Futter kann für einen bestimmten Hund trotzdem unpassend sein – zu energiereich, zu proteinreich für eine Erkrankung, oder mit einem Bestandteil, den er nicht verträgt. Die Zutatenliste sagt etwas über die Qualität, aber nicht darüber, ob Menge und Zusammensetzung zum einzelnen Hund passen.

Wenn du unsicher bist, ob das aktuelle Futter zu deinem Hund passt, sehe ich mir das in einer Ernährungsberatung an – mit Blick auf Ration, Menge und Lebensphase.

Ernährungsberatung für deinen Hund

Dieser Artikel ordnet das Thema allgemein ein. Wie es bei deinem Hund aussieht, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

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